Hält das Land am Kap der guten Hoffnung den kritischen Blicken aus aller Welt stand? Und wird sich ein neues Sommermärchen erfüllen?
Seit Mai 2004 steht fest: die Fußball-WM 2010 soll in Südafrika ausgetragen werden! Man gönnt es diesem sympathischen Land, doch auch viele besorgte und skeptische Stimmen werden laut: Ist Südafrika bereit für so ein großes, international bedeutendes Event?
Ab dem 11. Juni ist es nun soweit: Die insgesamt 32 Nationalmannschaften wetteifern an zehn verschiedenen Austragungsorten um den Titel. Die ganze Welt schaut gebannt nach Südafrika und fiebert mit – nicht nur in Sachen sportlicher Leistung, sondern auch mit Blick auf die Organisation, die getroffenen Vorkehrungen und die Chancen und Risiken, die die WM für Südafrika mit sich bringen kann. Die Meinungen, ob Südafrika als Gastgeber geeignet und überhaupt sicher genug sei, gehen weit auseinander. So kritisierte in der Vergangenheit beispielsweise Uli Hoeneß (Präsident von Bayern München) diese Entscheidung. Franz Beckenbauer (Fußballkaiser) hingegen sprach sich optimistisch für Südafrika aus und revidierte die Kritik an einem eventuellen Mangel an Sicherheit, indem er darauf verwies, dass kein Land hundertprozentig sicher sei. Dabei nahm er nicht einmal den Gastgeber der WM 2006 – Deutschland selbst – aus.
Im November 2009 wurden die Qualifikationsgruppen für die WM ausgelost. Eine Premiere – denn es war das erste offizielle Event der FIFA in Südafrika. Und die Verantwortlichen fühlten sich in der Auswahl des Gastgeberlandes bestätigt: Diese „Premiere“ verlief reibungslos und war ein großer Erfolg. Auch der Confederations Cup im vergangenen Jahr habe bewiesen, dass Südafrika für so eine große Aufgabe bereit sei.
Fußball ist in Südafrika schon lange ein großes Thema, wenn auch in der Vergangenheit leider immer wieder geprägt von Rassentrennung. Doch spätestens seit der Gründung der „South African Football Association (SAFA)“ im Jahre 1991 wurde diesen Problemen die Stirn geboten. Und der Weg für den südafrikanischen Fußball in die Internationalität wurde geebnet. Inzwischen ist das Land nach FIFA-Angaben, bei jedem Wettbewerb der FIFA und des afrikanischen Fußballverbands (CAF) mit den entsprechenden Nationalmannschaften vertreten. Das heißt, es gibt sowohl Frauen-, Männer- und auch diverse Jungendmannschaften, die versuchen, sich im internationalen Fußball einen Namen zu machen. Darauf kann das Land stolz sein.
Sport ist bekanntlich etwas, das helfen kann, kulturelle und sprachliche Barrieren zu überbrücken und ein Gefühl von Gemeinschaft zu vermittelen. Die Organisatoren vor Ort rufen jeden Südafrikaner und jeden Fußballbegeisterten auf, sich zu beteiligen und einzusetzen, um dieses Ziel auch bei der WM 2010 zu erreichen.
Die Weltmeisterschaft bietet einem Land wie Südafrika die Chance, sich vor der Welt zu beweisen und positiv auf sich aufmerksam zu machen. Das bringt allerlei Hoffnungen mit sich, übt aber auch einen großen Druck auf die Regierung, die Organisatoren und vielleicht auch die Bevölkerung aus. Doch die Begeisterung bricht nicht ab. Nach der Bekanntgabe, dass die WM in Südafrika stattfinden soll, feierten die Menschen und tanzten durch die Straßen der Großstädte wie Johannesburg. Auch der in die Jahre gekommene Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela (*18. Juli 1918, Südafrika) ist überglücklich über diese Entscheidung und möchte sein Land hierbei unterstützen - ebenso wie die rund 15.000 freiwilligen Helfer aus aller Welt.
Bei diesem großartigen Engagement gerät die hohe Kriminalitätsrate in Südafrikas Großstädten immer mehr in den Hintergrund, die vor ein paar Jahren noch heiß diskutiert wurde. Doch natürlich hat die Regierung diese Tatsache nicht vergessen, und so wurde und wird viel in die Aufstockung von Polizeieinheiten, deren Ausrüstung und Vorbereitung investiert. Auch die Deutschen sind sehr gespannt auf die WM 2010. Wir alle sind natürlich neugierig ob die kommende WM die WM 2006 in unseren heimischen Gefilden noch übertrifft. Unsere Nationalmannschaft wurde zusammen mit Australien, Serbien und Ghana in die Gruppe D gelost. Und natürlich hoffen unsere Fußballstars auf ein Sommermärchen in Südafrika. Das Wetter dürfte dort auf jeden Fall sommerlich genug sein – meint man zumindest. Doch während bei uns Sommer ist, ist in Südafrika Winter! Trotzdem dürften die Temperaturen wohl angenehm mild sein, und die Sonne gehört zu Südafrika wie für uns Schnee im letzten Winter!
Alles in allem kann man wohl zuversichtlich in die Zukunft blicken, denn eins ist wohl sicher: Die Fußball-Weltmeisterschaft wird auch in diesem Jahr sowohl in Südafrika als auch hier in Deutschland eine einzige große Party!