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Sportfreunde

Wing Tsun (WT) Kung-Fu ist ein rund  300 Jahre altes, ursprünglich südchinesisches Selbstverteidigungssystem. Es wurde jedoch in den letzten 20 Jahren in Deutschland von Verbänden wie der CWTO beständig weiterentwickelt und den Bedürfnissen der heutigen Zeit angepasst. Insbesondere wurden Erkenntnisse der Physiologie, Anatomie und Psychologie hinzugefügt, die dieses System heutzutage zu einer einzigartigen Selbstverteidigungsmethode machen.

Wing Tsun, was am ehesten mit „Ode an den Frühling“ übersetzt werden kann, unterscheidet sich zu Kampfsportarten, in denen hauptsächlich auf einen sportlichen Wettkampf hingearbeitet wird:

Diese Sportarten (zum Beispiel Boxen, Muay Thai, Brazilian Jiujitsu) unterliegen einem Reglement und setzen stark auf körperliche Fitness.

Im Wing Tsun gibt es keine Wettkampf-Regeln, und es herrscht der Grundsatz, dass man stets davon ausgeht, schwächer als der potentielle Angreifer zu sein. Dementsprechend ist diese Kampfkunst für körperlich Schwächere gut geeignet.

Kenntnisse der „Verhältnismäßigkeit der Mittel“ und des Notwehrrechts sind wichtige Voraussetzungen für jeden, der sich effektiv verteidigen möchte.
Um sich hier nicht in Schwierigkeiten zu bringen, wird in qualifizierten Wing-Tsun-Schulen mehr unterrichtet als die bloße Verteidigungsfähigkeit.
Ein besonderer Aspekt am Wing Tsun ist, dass es fünf Kampfdistanzen (Tritt-, Schlag-, Ellenbogen-, Knie- und Wurfdistanz) gibt und sie speziell trainiert werden. Natürlich lernt man auch, wie man sich am Boden verteidigen kann.
Über diese Aspekte hinaus bietet Wing Tsun positive Aspekte für Körper und Geist. Es bietet wirbelsäulengerechte Bewegung, weshalb man WT in jedem Alter trainieren und beginnen kann. Es stellen sich nicht wie üblich im Sport starke Verschleißerscheinungen ein. Stattdessen wird der Körper nach einiger Zeit des Trainings gesünder. Fehlhaltungen im Bewegungsapparat werden konstant vermindert, weshalb WT insbesondere auch für Personen interessant ist, die beruflich viel sitzen.

Die Entstehung von WT wird in dem Film „Ip Man“ aufgegriffen. Der Film basiert auf dem Leben des Kampfkünstlers und Großmeisters Yip Man (1893–1972), der die Kampfkunst Wing Chun unterrichtete und dessen bekanntester Schüler der Kampfkünstler und Filmemacher Bruce Lee war.

Wer Interesse an Selbstverteidigung, Fitness, Kampfkunst oder einfach Neugier hat, sollte sich einfach mal zu einem Probetraining anmelden.


von unserem Redakteur
Christoph Petersen
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Ausgabe: 4-2011