In diesem Jahr schreibt die WM in Südafrika ein weiteres Kapitel der Fußballgeschichte. Dabei haben die letzten 80 Jahre des weltweit größten Fußballturniers der Welt einige verrückte Geschichten zu erzählen.
So gibt es bis heute die wildesten Erklärungen über das sensationelle Wunder von Bern. Vielleicht verdanken wir es aber weniger einem Wunder, als vielmehr der genauen Planung und Vorbereitung durch Trainer Sepp Herberger, der bei diesem Turnier nichts dem Zufall überließ. Sepp Herberger nahm den Gegner genau unter die Lupe, ließ jeden Tag einen Kundschafter ins Hotel der Ungarn schicken. Als einzige Mannschaft hatten die Deutschen Adidas-Schuhe mit Schraubstollen dabei, die besonders bei Regen für die nötige Standfestigkeit sorgten. Das Hotel wurde so gewählt, dass man während der WM nicht umziehen musste und auch dem halbstündigen Glockenläuten, das die Ungarn in ihrem Hotel aushalten mussten, aus dem Wege ging.
Beim Gruppenspiel gegen das Weltklasseteam von Ungarn schickte Herberger eine bessere B-Elf auf den Platz, um ausgeruhte Spieler für das eventuelle Finale zu haben. Dafür akzeptierte man die haushohe Niederlage mit 3:8 Toren. Der Rest ist bekannt…
966 macht ein Mann namens Helmut Haller auf sich aufmerksam. Wie? Als Schiedsrichter Gottfried Dienst das legendäre WM-Endspiel zwischen England und Deutschland in Wembley abpfiff, lag dem deutschen Spieler Helmut Haller der Finalball zu Füßen. Er klemmte sich den Ball unter den Arm und gab ihn nicht mehr her. Selbst dann legte er ihn nicht ab, als die englische Queen den deutschen Spielern zum Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft gratulierte. Erst 30 Jahre später gab Haller auf Drängen des englischen Fußball-Verbandes den berühmten Ball zurück. Hallers Sohn Jürgen überreichte ihn bei einer Feierstunde am Rande der EM 1996.
Bei der WM in Italien sorgte der chilenische Torwart für einen Handfesten Skandal weil er vorgetäuscht hatte, von einer Leuchtrakete aus dem Publikum getroffen worden zu sein und blutend vom Spielfeld ging. Seine Mannschaft weigerte sich daraufhin weiterzuspielen. TV-Aufzeichnungen bewiesen jedoch später, dass der Torwart sich die Wunde selbst beigebracht hatte. Das Spiel wurde mit 2:0 für Brasilien gewertet und der chilenischen Mannschaft wurde zur Strafe von der FIFA die Teilnahme an der WM 1994 verweigert.
Bei der Qualifikation zur WM 2002 in Japan und Südkorea gewann Australien gegen Amerikanisch-Samoa mit 31:0. Der Australier Archie Thomson erzielte allein 13 Tore. Avele Mauga aus der Mannschaft von Amerikanisch Samoa kommentierte das Spiel: „Die Australier waren so schnell, dass es schien, sie würden Motorräder haben." Einem weiteren Gegner der australischen Mannschaft erging es nicht viel besser: Gegen Tonga gewannen sie mit 22:0. In der Gruppe Ozeanien führte Australien nach der Qualifikation mit 66:0 Toren. Dennoch fuhr Australien nicht zur WM nach Asien.
Nach all den kuriosen Geschichten der vergangenen WM-Endrunden, blicken wir voller Vorfreude auf die kommende Spielzeit.