Sie sitzen mit Hotpants und Wallemähne zur Louis-Vuitton-Tasche und riesiger Dior-Brille auf den Tribünen und feuern ihre mit Waschbrettbäuchen ausgestatteten Helden an. Vershoppen die hart erarbeiteten Millionen des Gatten, gelten als Stilikonen, posieren in sündhaft teuren Kleidern im Hintergrund einer Traumkulisse für galante Magazine und geben ihren Kindern pseudokreative und höchst individuelle Namen. Somit wäre die Neidfrage wohl geklärt – Spielerfrau müsste man sein.
Victoria Beckham hat es allen vorgemacht. Vor Victoria Beckham wussten die Spielfrauen gar nicht, dass man sich nicht unbedingt dezent im Hintergrund halten muss. Sie wussten auch nicht, dass man ruhig zu einem Gucci-Kleid auch Gucci-Schuhe und Gucci-Täschchen kombiniert mit Gucci-Sonnebrille tragen darf. Zum Teufel mit der Bodenständigkeit und her mit dem Bling-Bling!
1. Entdecke die Tussi in dir!
Je unnatürlicher, desto besser! Und vor allem Labels, Labels, Labels. Auf jeden Fall sollte man sich auch eine Solarium-Flatrate-Karte besorgen, um seine Size-Zero-Figur (die unbedingt erforderlich ist!) besser zur Geltung zu bringen. Jetzt noch den kleinen Chihuahua in die Birkin Bag, Riesendesignerbrille auf, Lack-Plateau-Swarovski-High-Heels an – fertig! Und beachte: Blondinen bevorzugt.
2. Jetzt kommt’s auf die „inneren“ Werte an
Bist du älter als 25? Dann vergiss, deine Halbwertzeit ist schon überschritten. Du bist klug, kultiviert, bodenständig und willst studieren? Vergiss es. Die Jobprognosen sehen so aus: Model, Moderatorin und Schmuckdesignerin. Spielerfrauen mit abgeschlossener Berufsausbildung sind Ausnahmen und Ausnahmen bestätigen die Regel.
3. Tu was für dein Image
Zeig dich vor allem in Designer-Stores, Szenebars oder Edel-Diskotheken, besonders beliebt bei Fußballspielern: das P1 oder das Pacha in München. Einige haben es auch mit Kellnern in einem Gourmet-Restaurant geschafft. Doch dieser Weg ist nicht besonders empfehlenswert, man will sich doch schließlich nicht die frisch manikürten Nägel versauen.
4. Eine einfache Gleichung
Je größer der Versace-Faktor, desto größer der Blitzlicht-Faktor. Posiere, was das Zeug hält und werde begehrtes Bildmotiv der Paparazzi. Steche deine Partygirl-Konkurrenz mit noch gewagteren Outfits aus und werde zum beliebten It-Girl. Zur WM bietet es sich an, im Bikini-Fußballdress bei der Presse für Aufsehen zu sorgen, alternativ kann man es auch mit Bodypainting in Nationaltrikots versuchen. Vor allem tue eins nicht: dezent im Hintergrund halten!
Viel Erfolg!